Sehenswertes Lotte

Sehenswertes Lotte

Von Dorfkirchen und Wassermühlen

Lotte in der heutigen Form gibt es erst seit 50 Jahren. Im Zuge der Gebietsreform zum 1. Januar 1975 wurden die Gemeinden Lotte und Wersen und die Ortsteile Büren, Halen und Osterberg zur neuen Gemeinde Lotte.

Und doch hat die Gemeinde einiges zu bieten: Historische Dorfkirchen, restaurierte Wassermühlen, prähistorische Megalithgräber und denkmalgeschützte Fachwerkhäuser zeugen von einer langen Geschichte der Region.

Schätze aus den Ortsteilen

Zur Geschichte der Ortsteile sind mehrere Publikationen erschienen. Die Broschüren „Wersens Schätze" und „Halens Schätze" dokumentieren das Kulturerbe der jeweiligen Ortsteile. Sobald digitale Fassungen freigegeben sind, werden sie in dieser Übersicht verlinkt.

Das 2021 erschienene Buch „Bürens Schätze – Von den Anfängen bis zur Gegenwart" von Reinhard Fischer umfasst über 300 bebilderte Seiten und ist an der Zentrale im Rathaus käuflich zu erwerben.

Historische Gebäude und Gehöfte

Haus Hehwerth

Haus Hehwerth ist ein denkmalgeschütztes Zeugnis westfälischer Baukunst: Ein Zweiständerhaus mit Fachwerk und Pfettendach aus dem Jahr 1858, ergänzt durch eine Fachwerkscheune von 1851. Ursprünglich landwirtschaftliches Wohn- und Wirtschaftsgebäude, hat es über die Jahrzehnte viele Funktionen übernommen.

Dank Fördermitteln von Bund und Land konnte das Haus umfassend renoviert werden und dient seit 1990 als Begegnungs- und Kommunikationsstätte der Gemeinde. Hier finden Konferenzen, Versammlungen sowie private Feste und Feierlichkeiten statt. Seit 2004 können sich Paare im Haus Hehwerth zudem auch standesamtlich trauen lassen.
Anschrift:
Bahnhofstraße 13, 49504 Lotte

Doppelheuerhaus Wersener Holz

Das Doppelheuerhaus im Wersener Holz ist ein mehr als 200 Jahre altes, denkmalgeschütztes Gebäude. Der historische Fachwerkbau aus massivem Eichenholz und regionaltypischem Bruchsandstein wurde 1993/1994 umfassend renoviert und 1995 unter Denkmalschutz gestellt.

Das Gebäude dokumentiert die früheren Wohn- und Arbeitsverhältnisse der sogenannten Heuerlinge. Diese landlosen Bauernfamilien bewirtschafteten kleine Flächen und unterstützten im Gegenzug die Hofbesitzer bei landwirtschaftlichen Arbeiten. Viele Heuerlingsfamilien lebten unter schwierigen Bedingungen, weshalb zahlreiche Menschen im 19. Jahrhundert nach Amerika auswanderten. Mit dem wirtschaftlichen Wandel nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand das Heuerlingswesen nach und nach.

Bis zum Umbau in den Jahren 1993/1994 lebte im Doppelheuerhaus Wersen noch eine Heuersfrau.

Das Gebäude befindet sich auf Privatgrund. Das Betreten ist daher nicht gestattet, auf Anfrage jedoch gegebenenfalls möglich.

Anschrift:
Wersener Holz, 49504 Lotte

Altes Amtshaus Lotte

Das Alte Amtshaus war einst das Zentrum der kommunalen Verwaltung. Das Gebäude wurde 1828 als Rathaus der damaligen Bürgermeisterei Lotte errichtet. Ab 1845 trug es den Namen Amt Lotte und war über viele Jahrzehnte der Ort, an dem Entscheidungen für das Gemeindeleben getroffen wurden.

Mit der kommunalen Neugliederung 1975 entstand aus den Gemeinden Lotte und Wersen (inklusive der Ortsteile Büren und Halen) die heutige Großgemeinde Lotte. Die Gemeindeverwaltung zog 1982 in das neue Rathaus im Ortsteil Wersen, während das Alte Amtshaus heute stiller Zeuge der Verwaltungsgeschichte ist. Das Gebäude, das Geschichte atmet und Einblicke in die Entwicklung der Gemeinde bietet, wird heute vor allem von der AWO Lotte genutzt.

Anschrift:
Bahnhofstraße 36, 49504 Lotte

Altes Zollamt Lotte

Das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Zollgebäude wurde um 1830 erbaut. Es ist der Beleg für die frühere Grenze zwischen dem preußischen Westfalen und dem Königreich Hannover. Das Hauptgebäude ist ein klassizistisches Krüppelwalmtraufenhaus. Daneben befindet sich der ehemalige Zollspeicher.

Das klassizistische Gebäude mit angrenzendem Magazin ist ein seltenes Zeugnis der Grenzgeschichte dieser Region.

Anschrift:
Osnabrücker Straße, 49504 Lotte

Wassermühlen an der Düte

Die Düte und ihre Nebengewässer trieben einst mehrere Mühlen an, die das wirtschaftliche Leben der Region prägten. Drei von ihnen sind heute noch als Baudenkmäler erhalten.

Mühle Bohle

In der über 300 Jahre alten Mühle Bohle (Mühlenstandort sogar seit dem 13./14. Jahrhundert) wurde das Mahlen von Getreide 1968 eingestellt. Die Sägemühle wurde noch bis 1975 betrieben.

Der Verein Mühle Bohle e.V. kümmert sich um die Restaurierung dieser Mühle, die inzwischen auch anerkannter außerschulischer Lernort ist.

Mühle Bohle e.V.
Mühlengrund 10
49504 Lotte

Telefon: 05404 2741
Fax: 05404 957 667
E-Mail: info@muehlebohle.de
Internet: www.muehlebohle.de

Mühle Tüchter

Auch die Mühle Tüchter liegt am Alten Mühlenweg. Die ehemalige Kornmühle (stillgelegt Ende der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts) ist seit 1865 im Besitz der Familie Tüchter. An der Giebelseite der Mühle ist das alte Wappen der Tecklenburger Grafen eingelassen, mit der Aufschrift “Johann Adolph Comes in Tecklenburg Fieri Mandavit Anno 1689” (“Johann Adolph Graf in Tecklenburg hat (sie) herrichten lassen 1689”). 

Anschrift:
Alter Mühlenweg
49504 Lotte

Mühle Kluth

Bei der denkmalgeschützten, ehemaligen Wassermühle Kluth (früher Wienkenhöver) handelt es sich um einen zweigeschossigen Bruchsteinbau. Die Bokel- und Ölmühle (bis 1908), danach Getreidemühle, musste sich mit der benachbarten Mühle Tüchter das Wasserangebot der aufgestauten Düte teilen, eine in dieser Art wohl einmalige Situation in Westfalen.

Anschrift:
Alter Mühlenweg
49504 Lotte

Kirchliche Baudenkmäler

Die Kirchengebäude in Lotte spiegeln die Siedlungsgeschichte der einzelnen Ortsteile wider. Das älteste Bauwerk der Gemeinde ist die evangelische Dorfkirche Wersen aus dem 12. Jahrhundert.

Evangelische Dorfkirche Wersen

Die evangelische Dorfkirche Wersen ist das älteste erhaltene Bauwerk der Gemeinde. Die Kirchengründung geht auf etwa 1150 zurück. 1271 entstand die heutige, in Teilen noch ursprüngliche, denkmalgeschützte Pfarrkirche, ein spätromanischer Gewölbebau. Der Westturm wurde 1886 angefügt, das südliche Seitenschiff 1906.

Anschrift:
Westerkappelner Straße 11, 49504 Lotte

Evangelische Kirche Lotte

Der Bau der evangelischen Kirche Lotte begann 1312, eingeweiht wurde sie am 4. Dezember 1315. Die Kirche, ein typisches Beispiel münsterländischer Dorfgotik, weist als Besonderheit einen schiefen Turm auf, der gegen Westen geneigt ist. Beachtenswert sind auch die Jugendstilfenster in der Westwand, der barocke Orgelprospekt von 1684, ein dreistöckiger flämischer Leuchter aus dem Jahre 1777 und die Bronzeskulptur „Begegnung“ des Münsteraner Künstlers Rudolf Breilmann aus dem Jahre 2000 vor der Westseite der Kirche.

Anschrift:
Kirchplatz 2, 49504 Lotte

Evangelische Friedenskirche Büren

Die evangelische Friedenskirche entstand in den Jahren 1954/1955 im Zuge der Siedlungstätigkeit der Klöcknerwerke in Büren ab 1950. Die Glocken wurden 1958 ergänzt, die Steinmann-Orgel folgte 1963. In den Jahren 1972/1973 entstand zudem ein Gemeindesaal.

Architektonisch orientiert sich die Kirche an romanischen Sakralbauten und zeichnet sich durch ihre schlichte, klare Raumwirkung aus. Im Jahr 2005 wurde die Friedenskirche umfassend renoviert.

Anschrift:
Kirchweg 22, 49504 Lotte

Katholische Franziskuskirche Wersen

Die katholische Kirche in Wersen ist dem Heiligen Franz von Assissi gewidmet. Die Kirche (mit Pfarrzentrum) wurde am 7. Oktober 1978 geweiht. Der Architekt war Lothar Ratzlaff aus Westerkappeln, die künstlerische Ausstattung stammt von Heinrich Gerhard Bücker aus Vellern. Der Heilige Franziskus (1181/82-1226; Festtag: 4. Oktober), der Gründer des Franziskaner-Ordens in Assisi, führte in der Nachfolge Jesu ein radikales und armes Leben.

Anschrift:
Mühlenbreede 17, 49504 Lotte

Katholische St.-Hedwigs-Kirche

Die katholische Kirche in Alt-Lotte wurde am 17. Dezember 1967 geweiht. Ihre Form lässt an ein Schiff denken. Architekt war Otto Häke aus Westerkappeln; die künstlerische Gestaltung stammt von Alfred van Werven, Lutten (Niederlande). Die Heilige Hedwig von Andechs (1174-1243, Festtag: 16. Oktober) wirkte in Schlesien. Eine Reliquie wird in der Turmkapelle aufbewahrt.

Anschrift:
Kapellenweg 7, 49504 Lotte

Vorgeschichtliche Stätten

Auf dem Gebiet der Gemeinde Lotte befinden sich zwei bemerkenswerte Megalithgräber aus der Jungsteinzeit, die zu den besterhaltenen ihrer Art in Westfalen gehören.

Große Sloopsteene

Die „Großen Steine“ in Wersen zählen zu den bedeutendsten jungsteinzeitlichen Großsteingräbern in Westfalen. Das Megalithgrab stammt aus der Zeit der sogenannten Trichterbecherkultur um 3000 v. Chr. und ist mit einer Größe von etwa 24 x 8 Metern – bei einer rund 19 x 2 Meter langen Grabkammer – besonders gut erhalten.

Megalithgräber wurden aus großen Findlingen errichtet und mit Erdhügeln bedeckt. Sie entstanden in vielen Teilen Europas zwischen etwa 5000 und 2000 v. Chr. und dienten als Begräbnisstätten der frühen Bauernkulturen.

Die Wersener Sloopsteine sind heute zudem Ausgangspunkt des Premium-Spazierwanderwegs „Sloopsteener Seerunde“.

Anschrift:
Sloopsteinweg, 49504 Lotte

Kleine Sloopsteene

Das zweite Megalithgrab in der Gemeinde sind die Kleinen Sloopsteine in einer kleinen Waldparzelle am Niederseester Weg. Auch die Kleinen Sloopsteine sind Kultur und Bodendenkmal wie die Sloopsteine in Wersen.

Anschrift:
Niederseester Weg 26, 49504 Lotte

Weitere Sehenswürdigkeiten

Kloster Osterberg

Das im 15. Jahrhundert entstandene Kloster des Kreuzherrenordens spielte über 200 Jahre lang eine wichtige Rolle in Osterberg. Die Klostergebäude sind bis auf wenige Überreste nicht erhalten geblieben. Das Baudenkmal Hofanlage Im Kloster 6, erbaut auf der Ruine des ehemaligen Männerklosters, stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Im Kloster 6
49504 Lotte

Hopfengarten und Münsterplatz Osterberg

Zur Erinnerung an das ehemalige Kloster, wo die Mönche neben den geistlichen Aufgaben auch das Bierbrauen beherrschten, hat der Schützenverein Osterberg einen Hopfengarten angelegt. Der nahegelegene Münsterplatz bietet sich ideal als Treffpunkt oder Ort für eine erholsame Pause an.

Anschrift:
Münsterstr., 49504 Lotte

Denkmäler und Gedenkstätten

In der Gemeinde Lotte erinnern verschiedene Denkmäler und Gedenkstätten an historische Persönlichkeiten und Ereignisse der Ortsgeschichte.

Die bekannteste ist die Grabstätte von Martin Niemöller

Die denkmalgeschützte Grabstätte von Martin Niemöller befindet sich auf dem Alten Evangelischen Friedhof in Wersen. Niemöller war evangelischer Theologe, Mitbegründer der Bekennenden Kirche und eine prägende Persönlichkeit des kirchlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus.

Das Grabmal ist schlicht gestaltet und trägt die Inschrift „Herr, was willst du, dass ich tun soll?“. Ein weiterer Stein erinnert an seine Zeit als Pastor in Berlin-Dahlem sowie an seine Haft während der NS-Zeit.

Seit 2014 steht die Grabstätte unter Denkmalschutz.